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Handy & Neander

bei der Arbeit

 

Es ist ein Unterschied, ob wir eine Zeichnung, Baupläne oder Millionen aufeinanderfolgende Basenpaare als Daten ansehen oder ob wir das Gebäude, das Lebewesen, die Gesellschaft und einzelne Menschen real und in ihrer Ganzheit betrachten und das Gesehene verstehen wollen.


Die Komplexität des Genoms ist absolut überwältigend. Das zeigt uns zwei Sachen.


Erstens ist es mit der erreichten Komplexität nicht mehr verbesserbar. Das ist der Grund, warum sich erstmals bei Menschen das frei programmierbare Großhirn durchgesetzt hat. Das ist die individuelle Erweiterung, nachdem die Spezies an ihrer Komplexheitsgrenze angelangt ist.


Zweitens ist wegen der Wahnsinnszahl an Kombinationen also möglichen Eigenschaften von Menschen der Zugang zu den Genominformationen nicht der Schlüssel zum Verständnis, der uns zu Klarheit über die Abläufe und die Entwicklung in der aktuellen Weltgesellschaft verhilft. Das wird bis auf weiteres den Beobachtungen und den Erkenntnissen aus den Beobachtungen vorbehalten bleiben.


 

Artikel:  FAZ vom 6.3.2012

Entzifferung im USB-Stick; Das Massenscreening unserer Genome wird eingefädelt

http://www.faz.net/aktuell/wissen/mensch-gene/entzifferung-im-usb-stick-das-massenscreening-unserer-genome-wird-eingefaedelt-11674295.html

 

und Video zur Technik des Genomsequenzierens in Nanopores

http://www.nanoporetech.com/news/movies#movie-26-protein-analysis-using-nanopores

 

 

 

Jede Erkenntnis ändert eine individuelle Einstellung. Sie landet im Stockwerk für Bewertung und Entscheidungen.

 

Sie spielt eine Rolle in endlos vielen Beziehungen zu allen anderen Erkenntnissen, Gewohnheiten und Fragen, denn unser Gehirn macht ein Leben lang nichts anderes, als genau das: Erkenntnis auf Erkenntnis häufen und hin und her rechnen. Immer wieder spielt es mit Fragen und Schrecknissen, mit guten und schlechten Gefühlen und checkt so ohne Unterlass unsere Einstellung zur Welt da draußen.

 

Alle, die das nicht glauben oder einfach noch nicht bemerkt haben, überlegen, was träumen macht? Wozu sind Einfälle gut. Wieso entstehen sie und wer gibt uns innerlich spontane Antworten, wenn man noch nicht einmal eine Frage bemerkt hat?

 

Ein Stockwerk darunter sitzt die Abteilung „Nicht wahnsinnig werden“.

 

Hier sitzen professionelle Bremser aller Phantasien, genialen Einfälle, überzogener Pläne, Wünsche und Hoffnungen. Die Jungs sind gut – sie haben den Zaum in der Hand und versammeln das galoppierende Pferdchen zu verhaltenem Schritt. Geniale sind nicht stringent. Festgemauerte Charaktere sind nicht beweglich. In der Mischung liegt die Natur allen Lebens. Kein Modell und  keine Theorie beschreibt etwas ganz; es sind alles nur Vereinfachungen, um gedacht und vermittelt werden zu können.

 

Der Engpass ist die Kommunikation. Sie ist vage und überaus individuell. Jeder versteht unter nahezu jedem Begriff etwas anderes, weil Begriffe und Beschreibungen im Hirn gebildet werden. Sie steigen wie Blasen aus dem Erkenntnissee herauf und beinhalten nur schmale verdünnte und somit verkürzte und verzerrte Wahrheiten. Besser ist unsere Kommunikationseinrichtung einfach nicht, damit müssen wir leben. Sie wird jedoch besser, wenn man das verstanden hat und einrechnet.

 

 

 

Nein, hat es nicht und wird es nicht!

 

 

Seit Jahrtausenden versuchen die einen die anderen Völker zu unterwerfen, zu beherrschen, zu vernichten, ihre Ressourcen zu nutzen und etwas aus ihnen herauszuholen.

 

 

Schamlos werden Interessen verborgen und gelogen, was das Zeug hält. Irgendeinen Vorwand für eine Eroberung fand sich immer. Frieden auf Dauer hat es nirgendwo gebracht.

 

 

Da gibt es etwas, was alle Neu- und Altherrscher nicht beachten, nicht verstehen.

 

 

Völker sind große Sippen und sie funktionieren wie eine Sippe. Die Evolution hat deren Ertüchtigung viele Jahrtausende geübt und ist durch nichts zu ersetzen. Es dauert gelegentlich lange, aber dann wollen die „Sippen“ wieder unter sich sein, weil sie keiner anderen wirklich jemals trauen. Der Kosovo und Israel sind Beispiele derartiger andauernder Auseinandersetzungen. Das endet niemals, weil es naturgegeben ist.

 

 

Wenn es mit Eroberung und Vernichtungsversuchen nicht geht, geht es dann mit Geldpumpen?

 

 

Die Griechen leiden obendrein nur unter Zivilisationsproblemen, noch weit weg von Eroberungs- oder Existenzproblemen. Sie ringen um die Bequemlichkeit, sie ringen um Quellen von Wohlstand. Die Gegner sind zivilisierte hochkomplizierte Institutionen, Staaten in Zusammenschlüssen – also noch zerfetzter geht es nicht.

 

 

In den schlimmen Fällen sind und waren die Gegner ein Irrer oder ein Staatschef oder ein Diktator oder ein Terrorist, allesamt richtig gefährlich und lebensbedrohend.

 

 

Jetzt sind es Gremien und Schirme und Schäubles mit Merkeln und EZB- Bundesbankchefs und alles Mögliche.

 

 

Frage! Wie soll so ein Haufen etwas schaffen, was echte Killer mit allen Mitteln nie erreichten und zwar die zielgenaue gewünschte Veränderung einer fremden Gesellschaft, hin zu einer aufoktroierten Anständigkeit, die keiner von den Beschlussfassern jemals in seinem eigenen Land vollbracht hätte.

 

 

Das Ganze ist aus Sicht der Evolution unerträglicher Quatsch. Sie hat nicht unendliche Mühen in Individualität gesteckt, um sich dann gleichgeschaltete, windschlüpfrige Griechen wegen ein paar Europäische Wunschvorstellungen aufpropfen zu lassen. Diesen unsinnigen Versuch sollte man eiligst aufgeben.

 

 

Alle Revolutionen entstanden am Punkt einer aktuellen Existenzgefährdung, reiner Lebensgefahr Einzelner. Das tunesische Beispiel ist eines von ganz vielen. Einer verbrennt sich und alle werden aktiviert. Das ist es, was wir in Griechenland herbeirufen.

 

 Erste gefundene Meldung über einen

 

Selbstmord sorgt für Krawalle in Athen

FTD vom 5.4.2012

http://www.ftd.de/politik/europa/:schuldenkrise-selbstmord-sorgt-fuer-krawalle-in-athen/70018955.html

 

 

 

 

 

 

Ich kenne niemanden, der bei freier Fahrt auf der Autobahn oder Landstraße nervös, zornig und aggressiv wird.

 

Ganz anders ist es, wenn jemand überholt, ausgebremst, von hinten bedrängelt oder angehupt wird. Das gleiche gilt, wenn jemand einen Langsameren überholen will und es länger nicht klappt. Am heftigsten Aggessionen antreibend sind Staus, in denen ja keiner weiß, warum wir stehen, wie lange es dauert, wie und wann es weiter geht.

 

Nach drei, vier unerfreulichen Erlebnissen oder einer halben Stunde Stopp and Go ändert sich das.  Je nach individueller Situation wie Termindruck, allgemeine Entspanntheit, Grundcharakter und Tagesform entwickelt sich allmählich oder abrupt eine Kraft, die aus dem Vorwärts kommen wollen, geboren wird.

 

Menschen haben die Augen vorn und drehen den ganzen Kopf, wenn sie wissen wollen, was neben oder hinter ihnen vorgeht. In Spiegel gucken kaum welche und das Interesse an den anderen ist aus dem Auto heraus ohnehin gering. Bleibt nur vorne.

 

Wir sind nach vorn gebaut und haben aus der Evolution den Job bekommen, dahin zu wollen, wohin wir sehen. Wenn ein Auto vor uns steht, wird das behindert. Wenn etwas nicht geht, dreht die Evolution am Rad, am Verstärkerrad. Es wird mehr Energie aufgewendet. Das ist ein Grundrezept. Wir versuchen immer Energie zu sparen. Aber wenn die Schraube partout nicht rein gehen will, wird von mal zu mal mehr Kraft eingesetzt und nach fest kommt ab. Das ist dann aber eine intellektuelle Erfahrung. Bis dahin steigert die Evolution einfach die Ausschüttung von Hormonen. Das ist die Aufgabe der Hormone, den Druck zu erhöhen und der zivilisierte Mensch weiß gar nicht, wie ihm geschieht. Er zeigt Vögel, Stinkefinger und brüllt Arschloch überholt riskant, straft danach den Gegner mit Ausbremsen und tausend anderen Tricks. Wer viel fährt, kennt den Katalog. Wer sehr viel fährt, kann auch unterscheiden, ob der Stress, der vom Nachbarn gerade ausgelebt wird, aus dem Verkehr auf der Straße kommt oder aus dem Verkehr oder Nichtverkehr zuhause.  Setzt man also Millionen Autofahrer täglich in den Stau, hat man vollautomatisch Wutbürger ohne Ende.

 

Wer kapiert, dass Wut immer auch wieder abgebaut (abreagiert) werden muss, kann wenigstens annähernd ermessen, wie viel Schuld sich die öffentlichen Verkehrsbremser eigentlich aufladen und wie viel Einzelschuld sich Langsamfahrer, Ampelschläfer und Stauromantiker, Mitte- und Linksfahrer, Auffahrtenhereindrängler auf sich laden.

 

Wenn Zivilisation diese seine Bezeichnung verdient haben will, muss sie das lernen.

 

Menschen sind nach vorne gebaut. Sie wollen vorwärts und da gibt die Evolution nicht nach – niemals.

 

 

Die Simplifizierungsfunktion, die unser Gehirn vornimmt, damit es mit den Wahnsinnsdatenmengen, die es aufnimmt, umgehen kann, ist die wahre Ursache für religiösen Fanatismus, weil eine Sache wird im Gehirn als zulässig empfunden, eingelassen und dann ohne neuen Anstoß nicht mehr kritisiert. Natürlich ist das ein bewegliches langsam ausgebildetes Konstrukt – so eine Meinung. Maßgebend ist jedoch die bevorzugte Behandlung der festgelegten Ansichten aus Erziehung oder Erfahrung. Abweichende Ansichten und noch stärker gegenteilige, stoßen auf ein Heer von sogenannten Vorurteilen. Wohlverstanden ist alles, was wir denken und äußern und verteidigen wegen des Simplifizierungszwanges immer auch ein Vorurteil.

 

Ein hilfreiches Beispiel ist Markenbewusstsein. Ohne uns letztendlich davon ausschließen zu können bevorzugen wir von dem gesamten Warenangebot bestimmte Ausprägungen, Marken. Einem Anhänger von BMW Motorrädern, oder einem Porsche-Fahrer, kann man erzählen was man will, er wird immer seine Neigung verteidigen und sich für Argumente unzugänglich zeigen. Das ist einerseits die Arroganz der im Kopf vorherrschenden Meinung und andererseits die Nichtzulassung von Fakten in die BMW-Schublade, die das Bild ändern könnten. Bestenfalls kann man auf gnädiges, der hat  doch keine Ahnung, hoffen.

 

Solche Isolierungen nimmt das Gehirn in allen Bereichen vor. Wir typisieren und kategorisieren Fernsehsendungen, Geschlechtspartner, Kinder, Sportler, Erziehung und tausend andere Sachen aus der Not, es irgendwie einfach und damit dem Gehirn zuträglich also verwaltbar zu machen. Diese druckvoll verteidigten Entscheidungen sind evolutionär veranlasst, der Mechanismus lässt uns keine Wahl, wir werden immer in dieses Schubladen-Denk-System verhaftet bleiben.

 

Werden solche Schubladeninhalte von außen durch Andersdenkende angegriffen, entsteht relativ mühelos Fanatismus. Die Fußballmannschaft wird dann nicht mehr nur als zusehender Genießer begleitet, sondern als die eigene Kampftruppe angesehen, die man mit Fanmitteln zu unterstützen hat und somit gegen die gegnerischen Anhänger kämpfen muss.

 

Wir sind entlastet. Wie in den meisten Fällen, macht die Evolution, was sie mühselig erarbeitet hat zum Standardprogramm und wir kriegen das nur mit heftigen geistigen Anstrengungen überhaupt mit.

 

 

 

 

Frauen und Männer passen nicht zueinander – das weiß jeder, aber warum ist das so.

 

Die Frage, wer ist Chef im Ring bezieht sich hier auf die evolutionäre Grundforderung jedes Individuums einer Spezies, Nachkommen zu zeugen und aufzuziehen.

 

Die Forschung sagt, wir haben keine Wahl, denn unser Evosystem misst Körpermaße, wie Augenabstand und weitere Gesichtsproportionen. Männer messen Hüftumfang im Verhältnis zu Taille. Frauen messen Schultern zu Hüfte usw. Viele begeistern sich für nahe am eigenen Abbild  liegende Bewerber. Andere suchen eher nach dem Gegenteil. Kommen wir uns näher, entscheidet unser limbisches System nach der Passgenauigkeit beider Immunsysteme, ob wir uns für das Gegenüber aus Fortpflanzungssicht interessieren.

 

 

 

Wie lange wird wohl eine Gesellschaft überleben, die massenhaft Kinder mit Medikamenten ruhig stellt. Woher sollen die aktiven, die kämpferischen, die unerschrockenen Frauen und Männer in Zukunft kommen, wenn wir jeden hippeligen Jungen in die Psychatrieecke abschieben.  Der Staat will erfolgreiche Unternehmer, um Wachstum zu erzielen, das genau die Geldmittel einspielen soll, die der Staat dann willkürlich zum Fenster hinaus wirft.

 

 

Die Hälfte der Deutschen ist schon arm, die andere Hälfte wird es noch und dennoch prahlen Sie alle damit, wie führend wir sind. In 20 Jahren sind die jungen, von Ritalin und von anderen Psychopharmaka abhängigen heutigen Kinder, die, von denen man Leistung verlangt. Sie müssen Belastbarkeit, Durchsetzungsvermögen und Aufopferungsbereitschaft schon in der Bewerbung beweisen. Sie müssen stringent und unbeirrbar leistungswillig sein und dürfen genau die hierzu notwendigen Anlagen in ihrer Kindheit nicht entwickeln.

 

 

Was für eine Menschen verachtende Gesellschaft.

 

 

 


Die Evolution ist eine Notlösung – eine einzige ununterbrochene Reihe von aufeinander aufsitzenden Hinzufügungen - Lösungen für die unterschiedlichsten Notfälle. 

 

Ein Einzeller muss einige wenige Prozesse bewältigen. Eine komplexe Lebensform wie allehöheren Tiere müssen eine Unzahl von Prozessen zu jeder Zeit bewältigen; beide, um am Leben zu bleiben und damit die Art zu erhalten.

 

Wie war das noch mal mit der Sprache und ihrer Weiterentwicklung bis zum heutigen

Stand?

Alles wird immer komplizierter, die Welt überforderd sich selbst!

 

Das Problem ist die Klammer, der einigende Kanon, die Struktur, die dem ganzen Sinn verleiht, die Orientierung, die Leitlinie, der Kanal, der rote Faden usw. - all das fehlt.

 

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Bild mit Link zum Verlag Sinnhalt.com