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Handy & Neander

bei der Arbeit

Weshalb bringen Sie uns nicht weiter?

 

Was wir wirklich können, ist, mit einer Person, die wir einschätzen können und von der wir alles Wissenswerte wissen, zu kommunizieren. Wir können mit ihr sprechen über Gepflogenheiten, die näheren Umgebung und über Haare, Kraft, Gesundheit, Vorlieben und Einsichten. 

 

Was wir nicht können, ist mit einem Talkmaster als Mediator (Durchgangst(h)or), der natürlich nicht zur Sippe, also den oben genannten Bekannten gehört, über die Großen Fragen der Zeit zu sprechen. Jedenfalls nicht in erhellender und Ergebnisse erzeugender Weise.

 

Unsere Kommunikation ist entstanden, weil sie als überlebensfördernde Zusatzausstattung die Sippen erfolgreicher gemacht hat, als beispielsweise kommunikationsärmere Neandertaler. Wäre der Zusatz nicht genau der uns heute zur Verfügung stehenden Art, wäre eine andere Version noch erfolgreicher gewesen und wir hätten jetzt die Version Menschensprache 2.0. Da die Version 1.0 uns überaus zahlreich gemacht hat, haben wir diese Version immer noch. Sie musste nicht verbessert werden. Sie zeichnet sich aus durch elegantes Verschweigen unangenehmer Sachgegenstände und elegantes Verschweigen ist beredtes Schweigen.

 

Überwiegend geprägt sind wir Abendländer von der Jahrhunderte währenden christlichen Festsetzungs- und Deutungshoheit. Die christliche Sprechmethodik, mit vielen Worten nichts zu sagen und unangreifbar zu bleiben, ist in der Politik so glatt und vollständig übernommen worden, dass es weht tut. Es ist die Denke, die aus den christlichen Lagern in vielen Jahrhunderten entwickelt wurde und daher ist es überhaupt nicht verwunderlich, dass die Droge der ehemals exklusivsten Förderer oder bisweilen auch die exklusivsten Gegner der Mächtigen in deren Denken eingedrungen und mit diesen verwoben und bis zur Ununterscheidbarkeit verzwirbelt wurde. Waren sie doch die Seelsorger und Ratgeber der Mächtigen, die die Argumente für wahres christliches Verhalten und Gottgefälligkeit bis zum Exzess verfeinert hatten. Sie stehen damit in der Verantwortung für immense Bereicherung, großflächige Unterdrückung, brutalste Missionierung und die heilige  Inquisition. Auch Luthers Reformen haben im Ergebnis an den Denk und Sprechmethoden nichts Entscheidendes verändert. Auch da wird der Sünder gepeinigt und irdisches Leid als Prüfung verherrlicht und das Paradies versprochen.

 

Die überkommene christliche Denkweise ist so durchgesetzt, dass abweichende, aus den historischen Mustern ausgelöste Ideen, kaum Chancen haben, irgendwann für die Massengesellschaften Vorteile zu erbringen. Sichtbar wird das in der Politik, aktuell in der Finanz- oder Eurokrise. Die hausbackenen Kenntnisse unserer Führungsleute werden von den Fachkenntnissen der Protagonisten so himmelweit überstiegen, dass Ackermanns Ausführungen im Ausschuss zur Lehmann-Pleite von den Politikern einfach nicht verstanden wurden.

 

Plastischer noch ist die Talkshowschwemme, auch hier unendlich viele Worte, ohne echte Erkenntnisse. Wenn alle Talkshows zusammen irgendetwas bringen würde, sagen wir ein bis zwei grundlegende Erkenntnisse je Woche, dann hätten wir durch die vielen Sendungen, in denen so viel geredet wird, bereits alle gesellschaftlichen Probleme mit Hilfe genau dieser Grundlagenforschung des Fernsehens verstanden und könnten mit den in Talkshows erarbeiteten Kenntnissen die fehlgehenden systemischen Verwerfungen unserer Gesellschaft bereits gelöst haben. Dem ist offensichtlich nicht so.

 

Unverdrossen wird weiter diskutiert und Sendezeit verbraten, ohne echten Unterhaltungswert und ohne dass die Menschheit oder wenigstens die Deutsche Gesellschaft etwas lernen würde – außer eben, dass die Evolution etwas gegen Talkshows hat.

 

 

 

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Bild mit Link zum Verlag Sinnhalt.com