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Handy & Neander

bei der Arbeit

 

oder Die letzten 10.000.

 

Am Ende der letzten Eiszeit sollen nur wenige Homo Sapiens auf der Erde verblieben sein.

 

Wir alle sind ihre Nachkommen. Und wir haben ein Problem, das sie uns vererbt haben.

 

Sie waren die ultimativ Lebenswilligsten, die Leidensfähigsten. Sie konnten und wollten um keinen Preis sterben.

 

Diese extrem harte Selektion der Evolution ließ die Menschheit haarscharf am endgültigen Untergang vorbeischrammen. Das Erbgut dieser supertoughen Männer und Frauen bestimmt unser heutiges Dasein mit 7,5 Milliarden aktuell lebenden direkten Nachfahren.

 

Genetisch ferngesteuert weigern wir uns, genau wie sie, ein gutes Ende zu finden. Ja genau - ein gutes Ende des eigenen Lebens.

 

Knie und Hüften aus Metall, Gehör implantiert, Herz mit Schrittmacher am Gang gehalten, vollautomatische implantierte Defibrillatoren, Insulinpumpen und Cholesterinsenker, Blutverdünner, Dialysen, Amputationen, Organersatz, Bestrahlungen, Chemotherapien, Rollstühle, Rollatoren und dauerhaft Arztbesuche.

 

Alle Anstrengungen für den Erhalt des Lebens werden unternommen. Überlegungen für ein würdiges Leben in der Phase, wo man sich noch an Schönes erinnern kann, finden kaum statt.

 

Dabei ist eines ganz wichtig. Alle, die an ein Leben nach dem Tod glauben oder sich nicht sicher sind, müssen in jedem Falle sicherheitshalber

 

lächeln

 

im letzten Moment des Lebens, den nahenden Tod unbedingt anlächeln, so schwer es fallen mag.

 

Ansonsten landen Sie mit einem miesen, leidenden Gesichtsausdruck vor der Himmelstür und riskieren, dass diese zugeworfen wird. Seit Jahren kommen nur noch überlagerte Trauergestalten in den Himmel. Ganz sicher wird dort irgendwann eine Bremse installiert werden müssen, damit der Himmel nicht der einzige Platz wird, der den traurigen Ort Erde mit Bewohnerrekorden um Längen übertrifft und für alle Zukunft heillos am erhofften Ort des Heils von Unheil überflutet wird. Dann nämlich verlöre der Himmel alle Anziehungskraft und alle aktuellen und zukünftigen Insassen müssten sich sorgen, von der Hölle mit hart anwachsenden Kopfzahlen im Vorbeiflug überholt zu werden. In dem Falle wäre die unrühmliche Erde himmlischer als der Himmel und alles würde versuchen, nicht in den Himmel zu kommen - was für ein Imageverlust.

 

Die ganze Erde voller Ungläubiger, die Hölle voller begeisterter Höllenbewohnerfans und der Himmel auf dem letzten Platz.

 

Der Himmel ist am Zug.

 

 

 

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Bild mit Link zum Verlag Sinnhalt.com