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Handy & Neander

bei der Arbeit

 

Wenn Sie das mit dem essen verstanden haben, haben sie das meiste schon kapiert.

 

Klar, direkt nach dem Druck zur Fortpflanzung hat die Natur uns den Druck zum essen = Nahrungsaufnahme diktiert.

 

Und sie hat nie damit aufgehört, denn das ist das tief liegende unerreichbare Muss der Evolution.

 

Daran könne sie nichts ändern. Am Ergebnis (Figur und Gewicht) schon.

 

Das allerwichtigste ist, dieses bürgerliche Ritual zu entfernen.

 

Essen ist nichts gemütliches es ist eine Naturnotwendigkeit, sonst nichts.

 

Immer beiläufig, keine Zusammenkunft der Familie, keine Rituale und keine Raster

 

"Punkt 12.00 h", mein Vater bestand darauf.

 

Für Familien ist es am besten, wenn jeder ist, wann er will. Obst und Bütterken und Essiggurken müssen bereit stehen, damit man einfach zugreifen kann. Nur im stehen, kein Sitzplatz in der Küche und einfach essen und weiter arbeiten, spielen, planen lesen, was auch immer. Essen ist ein nebenher.

 

Denn der isst, ist der Evo und der eitle Telli, der immer alles besser weiß, ist mit dieser Methode ausgeknipst.

 

Der ist es, der unglaublich raffinierte (den Rang der/des Köchin/Koches erhöhend) Speisen bevorzugt und nur mit spitzen Fingern und Serviette auf dem Schoß und keinesfalls mit dem Rührlöffel in der Tasse klappernd und bestenfalls hüstelnd in kerzengerader Sitzhaltung, parlierend, aufgeblasen wie ein Pfau, sein Mal einnimmt.

 

In Wahrheit kann der Evo sehen, was gegessen wird, er sagt, was er haben will, also was der Körper braucht. Er erkennt an der Zubereitung, was kommt und stellt sich darauf ein. Er mäkelt, wenn man die für ihn falsche Ware wählt und macht das Gefühl, das wir Appetit nennen, wenn man ihn lässt.

 

Er legt einen nach dem Essen hin, weil er zum sortieren von Menüs mit fünf Gängen mehr als zwei Chemiefabriken benötigt. Derweil ihm in jeder Malzeit ein Hauptbestandteil genügt. Brot oder Fleisch oder Gemüse.

 

Obst muss immer da sein. Ob er Säure haben will, sagt er sofort. Dann eben Obst zum Käse zum Fleisch zum Brei zum Gemüse zu Nudeln, Kartoffeln, Fisch, scharfen Sachen und Stinkerkäse oder Marmelade.

 

Nur so hat er die Chance, über wechselnde Ansagen, aus den einander folgenden Mahlzeiten optimal Mineralien und alles andere auszusteuern.

 

Fertignahrung ist streng verboten. Der Evo ist so konzipiert, dass man die Nahrung im besten Falle selbst sucht und findet. Daher kennt er sie und entscheidet mit. Wir arrangieren das heute am besten so. Er findet in einem Supermarkt alles. Man muss ihm nur die Entscheidung lassen. Alles angucken und er sagt genau, was ihr mitnehmen sollt.

 

Niemals mit der Karre einkaufen. Der Evo weiß nichts von Bollerwagen. Er erkennt ohne jeden Aufwand, wenn das Gewicht oder die Menge für zwei Taschen in der Hand zum tragen zu viel wird und stoppt die Sammelwut. Eine Tasche mit einer zweiten drin ist optimal. Und da hinein wird die Ware gesammelt und nicht mehr. Sind die Taschen voll, ist vollautomatisch der Einkauf beendet. Und man wird wahnsinnig wählerisch. Das macht der Evo unbemerkt. Er sagt sehr viel häufiger „Oh nöööööhhh!“, als „Packs ein“. In der Natur ist es genau so. Er nimmt, was er tragen kann, alles andere wäre doof, weil die Nahrung doch nur am Stock frisch bleibt und sonst verdirbt. Selbst gewählte Mangelwirtschaft trainiert die Sinne kolossal.

 

Jetzt kommt die voraus gewählte Nahrung in den Kühlschrank, der am besten fast leer ist.

 

Aus tausend Sachen wählen zu können, ist der eine Hauptgrund, warum wir zu viel essen. Der andere wird befeuert durch die unausrottbaren Rituale:

 

Iss den Teller leer und Suppe davor und Nachtisch danach und nimm doch noch ein bisschen, alles nur weil da jemand gelobt werden will.

 

Die meisten sind zu dick, wegen solcher aus Blödheit und Unachtsamkeit aus Notzeiten heran gebeamter überkommener mittelalterlicher Weisheiten, die heute gefährliche Dummheiten sind.

 

Was niemand glauben, will ist nur erfahrbar. Ich denke, es ist völlig gleichgültig, weil wirkungslos, wenn ich es dennoch hinschreibe.

 

Es ist wirklich komplett egal, was im Kühlschrank ist. Auch nur eine einzige Tomate wird zur Leibspeise, wenn sonst nichts aufzufinden ist.

 

Durchschneiden, Salz und Pfeffer, einen Tropfen Öl und etwas Essig drauf.

 

Solange nichts weiter zu finden ist, schmeckt das wie ein Fünf-Sterne-Menü.

 

Ein absoluter klassischer Trick vom Evo. Er lässt uns alles zum Hochgenuss werden, damit wir überhaupt etwas essen.

 

Hunger auf was Süßes. Es ist aber nur eine Konserve Hering in Tomatensauce da.

 

Zwei Minuten später liegt die Dose im Müll und der Bub ist satt und glücklich.

 

Der Evo bestimmt unsere zweitwichtigste Handlung (siehe 2. Zeile).

 

Er ist der Chef vom Ganzen.

 

 

 

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Bild mit Link zum Verlag Sinnhalt.com