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Handy & Neander

bei der Arbeit

 

Am Tag als die Menschen das große Gehirn bekamen, erfand die Evolution ihr eigenes Ende und das war gut so.

 

Aufgegeben hat sie die Weiterentwicklung, weil ein weiterer Prozess, der einen kleinen Vorteil versprach, als Hinzufügung zu einem schon überaus weit entwickelten komplexen System eben das System an anderer Stelle mit Nachteilen befrachtet hätte. Es gibt eine natürliche und sicher auch eine logische Grenze, an der verflochtene Prozesse, wie die biologische, chemische und elektrische Realität unseres Körpers und Geistes, durch Weiterentwicklung nur noch Verschlimmbesserungen erzeugen kann.

 

 

Genau an der Grenze fand die Evolution den Ausweg und schenkte uns den individuellen frei nutzbaren Großhirnteil, den wir selber gestalten können und dürfen. In diesem neuen Gehirnteil können sich Erkenntnisse und Erfahrungen zu einem Gedächtnis und zu prachtvollen kognitiven und künstlerischen Leistungen zusammen finden. Aber immer nur für einen Menschen. Damit die klugen und schönen Innovationen nicht versauern, hat das neue Teil Kommunikation mit Worten und Zahlen und Bildern hervorgebracht. Zuerst waren es wohl Zeichen beruflicher Natur = Landkarten im Sand, später Bilder an der Wand, Unterhaltung. Heute ist es das Internet. Das kann alles zusammen.

 

Schöne neue Welt.

 

Es gibt eine natürliche und sicher auch eine logische Grenze, an der verflochtene Prozesse, wie die wirtschaftliche, juristische, technische und gesellschaftliche Realität unserer Welt, durch Weiterentwicklung nur noch Verschlimmbesserungen erfahren kann.

 

Da sind wir jetzt. Alle Systeme brechen zusammen. Der Kontext in Familien, in Wirtschaft und Finanzen, Institutionen und Staaten und überstaatlichen Gebilden ist wegen der Unüberschaubarkeit verloren gegangen. Für riesige von Menschen gemachte Systeme reichen unsere evolutionär vorgehaltenen Beschränkungen nicht aus.

 

Wir müssen lernen parallel zu allem Erfolgsstreben etwas auf die andere Wagschale zu legen, was in der Lage ist, diesen Kernreaktor des Vorwärtsstrebens zu kontrollieren.

 

In unserer Veranlagung gleicht sich der individuelle Antrieb nach Wohlstand (Selbstverwirklichung) mit dem nicht weniger starken Antrieb zur Zusammengehörigkeit zu anderen aus. In der Sippe, die wir zum Überleben nicht entbehren konnten, haben wir uns durch die Existenz der anderen selbst begrenzt und die beiden widerstreitenden Bedürfnisse ausgeglichen.

 

Sippen gibt es nicht mehr. Familien gibt es auch nicht mehr viele und sie waren schon viel schlechter als die Sippen für den erforderlichen Ausgleich geeignet. Singles haben keinen Anderen, an dem sie sich begrenzen müssten. Dafür gibt es keine evolutionäre Vorbereitung.  Allein leben war nicht möglich und ist daher nicht entwickelt worden.

 

Heute ist der kleinste Teil, die Familie, wie es immer geheißen hat, die Keimzelle der Gesellschaft, die Keimzelle der gesellschaftlichen Schwierigkeiten geworden. Konstruiert sind wir für Sippen. Die Geisteskraft, die uns geschenkt wurde, ermöglichte mit frisch erfundener Kommunikation Ackerbau und Viehzucht und damit Wohlstand. Die Funktion Schutz durch die Sippe wurde entbehrlich und verschwand und die Sippe verschwand mit der Funktion. Sie war bis zum Start der Zivilisation eine unbequeme Unumgänglichkeit. Nur so hat es funktioniert. Die Welt erobern, ging nur in Sippen.

 

Jetzt ist unser Schutz nur noch Konvention. Deshalb brauchen wir auch keine Familie mehr, nur noch Gehalt, oder Stütze. Jeden Monat Geld zu erhalten, garantiert das Leben.

 

Unser Körper zeigt anschaulich, wie die Evolution das macht. Wegen ihrer strengen Ausrichtung, in Not und Gefahr, Leben zu erhalten und voran zu bringen, vernachlässigt sie alles, was nicht unbedingt für das Ziel, Leben und voran kommen, benötigt wird. Das war der Grund für das erzwungene aber erfolgreiche zusammen Leben. Es ging nicht anders. Und da es nun nicht mehr unbedingt lebenswichtig ist, zerfallen wir in vereinzelte, möchte sagen, verirrte Individuen.

 

 

 

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Bild mit Link zum Verlag Sinnhalt.com