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Handy & Neander

bei der Arbeit

 

Es gibt nur drei Superkräfte, die unsere biologische Ausstattung bestimmen.

 

Massen- oder Erdanziehung

 

Hell und Dunkel oder Tag und Nacht

 

Warm und Kalt

 

Das war’s schon! Sieht nicht kompliziert aus, ist aber einer genaueren Betrachtung durchaus würdig.

 

Die Folgen aus den drei Superkräften sind den modernen Zivilisationen kaum noch klar und schon gar nicht präsent.

 

Das muss früher anders gewesen sein.

 

Blick auf heute:

 

Das mit der Massenanziehung ist heute kaum im Vordergrund. Wir überwinden viele ihr zu dankende Beschränkungen mit Millionen und Abermillionen von Fahrzeugen, die unsere Normalgeschwindigkeit mit zwei Beinen (eins nach dem anderen weiter vorne hinstellen) die Bewältigung von Entfernungen gewaltig verzerrt haben.

 

Hell und Dunkel, die natürlich Trennung in tagaktiv und Nachtruhe im Wechsel der Jahreszeiten sind durch allüberall vorhandene Beleuchtung in zivilisierten Ländern aufgehoben.

 

Zusätzlich ist die komplette praktische Lebensbeobachtung, aus der unsere gesamte innere Einstellung resultiert, nunmehr komplett weggebeamt aus der nur tagsüber beleuchteten lebenden Natur hin zu ständig laufenden selbstleuchtenden Bildschirmen, die das „Leben“ täuschend echt abbilden.

 

Frieren ist der zentrale Umstand, der auf unserer Erde, die Ausprägung der Lebensmöglichkeiten am meisten beeinflusst hat. Wirbeltiere, Säugetiere erst recht, benötigen eine relativ konstant gehaltene Körpertemperatur. Klappt das nicht, ist Schluss mit lustig.

 

Neugeborene haben braunes Fett. Jenes braune Fett verbrennt blitzschnell und heizt bei Bedarf von innen. Säuglinge müssen von außen warmgehalten werden, sie haben noch kein umfangreiches Holzlager. Muttermilch muss daher Fett liefern.

 

Frühgeborene hatten in der Natur keine Chance. Vorschriftsmäßig ausgetragene Kinder hatten kein Problem, die Körpertemperatur zu halten.

 

Heutige Dicke haben eine Wärmedämmung. Weißes Fett verbrennt nicht, sondern wärmt passiv als Dämmung. Das verhindert bei den Dicken, dass sie ähnlich schnell wie die Dünnen frieren – sie schleppen also doppelt Nachteile in Form des weißen Fettes mit sich herum. Sie müssten deshalb eigentlich am konsequentesten und am meisten frieren, um sich zurück zum Normgewicht zu bewegen. 

 

Unsere Ausstattung des Knochengerüstes erlaubt bezogen auf die Erdanziehung keine hohen Gewichte, die Knochen und Gelenke unbeschadet überstehen. Für Konsumkloppse ist unser Körper nicht gebaut. Man sieht es, wenn man ihnen beim Gehen zuschaut. Beine weit auseinander, den Körper beim Gehen jeweils in Richtung des vordringenden Beines gedreht. Schnelle Reaktionen gehen wegen der in Bewegung zu setzenden Massen nicht: hier findet der Ausdruck Massenträgheit seine sichtbare Verwirklichung. Sie gehen zurückgelehnt. Ihr Schwerpunkt ist nicht in der vorgesehenen Achse. Knochen und Gelenke, Sehnen und Muskeln werden daher nicht wie geplant genutzt. Alles andere folgt daraus.

 

In den heutigen zivilisierten Ländern ist Kälte und Luftzug so gut wie dauerhaft ausgesperrt. Beides benötigen wir um im Korridor gesund zu bleiben. Da wir alle nur wenig Zeit frei nutzen können, die festen Strukturen (meist sitzend, allenfalls stehend) aber keine körperliche Rundumbenutzung des Leibes erlauben, sind wir in vielen Hinsichten verkümmert.

 

Ausweg ist die kurze aber prägnant wirkende Ganztagsrennerei eines Steinzeitlers clever zu imitieren, nur halt in kurzer Zeit.

 

Frieren geht mit kaltem Wasser wahnsinnig schnell. Morgens und abends kalt duschen, und der Mechanismus, Fett verbrennen, springt auf die vorgesehenen Leistungsstufen.

 

Paul Newman hatte lebenslang ein frisches Gesicht. Sein Rezept: Kaltes Wasser mit den Händen ins Gesicht hieven, war seine Auskunft, erbringe das.

 

Pfarrer Kneipp lässt noch heute Leute Wasser treten etc. Er motivierte aus seiner Zeit – gedacht, bekleidete Leute in Bädern????? – mithin reichlich verzärtelte Zivilisierte - zum Wassertreten.

 

Unser Gehirn ist direkt nach dem Herzen das Organ, das keine Kälte mag und Sensoren dafür sind am ganzen Kopf. Das Kleinhirn zu schützen ist entscheidend, daher gibt es den Kaltwasserreflex. Atmung sofort geschlossen und höchste Aktivität da wieder weg zu kommen, lässt sich bei jedem beobachten, der angespritzt wird, oder ungewollt in Wasser fällt.

 

Dieser Reflex sichert höchstmögliche Wirkung, wenn man ihn gezielt einsetzt.

 

Also eiskalt von oben über den Kopf und überall hin, aber immer wieder über den Nacken den Scheitel und das Gesicht – einfach alles.

 

Der Reflex ist so stark, dass es die meisten Menschen schüttelt, wenn man das lediglich erzählt. Waterboarding dient der Folter und Zerstörung von Menschen. Der Atmungsreflex wird hier erfolgreich missbraucht.

 

Das machen wir uns zunutze, indem wir ihn ausschalten, um nicht jedes Mal wieder vor dem kalten Wasser zurück zu schrecken. Zweimal am Tag kalte Dusche wäre ansonsten kaum auszuhalten. Überwindung von solchen biologischen Hemmnissen, würde der Kur kaum dienlich sein. 

 

Wasser laufen lassen, richtig tief Luft holen, den Mund schließen, die Backen aufgepustet lassen und den Kopf richtig hochhalten. Dusche sofort über den Kopf halten und in einer Sekunde, wird es vom Körper akzeptiert, da die Atmung nicht gefährdet ist. Nach 4 oder 5 Sekunden hat der Körper die Ungefährlichkeit kapiert und fängt unmittelbar damit an, den erfrischenden Aspekt zu genießen. Die Luft kann raus und normal geatmet werden.

 

Mit dem Wasser den ganzen Körper umfahren und unten und oben und seitlich abwechseln. Es gibt rasche Signale, welche Teile noch zu warm sind und man fühlt deutlich das Bedürfnis diese auch noch abzukühlen.

 

Die Meldung des Körpers, aufhören zu sollen, ist unübersehbar und damit haben wir alles erreicht, worum es ging.

 

Ganz anders, als die Meisten es sich denken, geht es dabei um Fettverlust. Tut es nicht, dazu ist die Dusche zu kurz, aber es ist die Initiativzündung. Wer täglich kalt duscht, trainiert seiner ganze Kälteabwehrmechanik und friert einfach nicht mehr, bei einem Luftzug, einem offenen Fenster oder einem kurzen Weg zum Mülleimer. Diese körperliche Einsicht verhindert, dass wir uns rein zivilisiert immer zu warm und zu dick einpacken. Unser Verteidigungssystem - hier gegen Kälte – lernt schnell und da wir in Folge immer mehr Wärme an die Umgebung abgeben verlieren wir Fett.

 

Moderne Menschen leben bedauerlicherweise mit enormem Heizungsaufwand praktisch überall ohne Kälte und verzichten missverständlich auf ein komplexes raffiniert funktionierendes „Nicht-frieren-sondern-selbst-heizen-System“, das die Evolution überaus trefflich eingerichtet hat.

 

Für Frauen und Mädchen. Das frische Aussehen von Paul Newman kam einfach aus dem Kaltwassertraining, denn „frieren“ bedeutet für unseren Körper alles zusammenziehen, damit die Oberfläche klein wird. Die Strukturen heißen Faszien, die alles an uns zusammenhalten. Die Proteine, die sich zusammenziehen sind die Kollagene und ähnliche Verbindungen.

 

Unsere Körper benötigen keinerlei Salben und Masken, um Kollagenaktivität passiv herzustellen. Kaltes Wasser kann das hervorragend, ganz einfach, weil wir in der Kälte entwickelt sind. Höhlen sind arschkalt, selbst wenn da ein Feuer brennt. Nachts ist die Welt einfach überall kalt und wir haben sie komplett erobert, denn auch in der Arktis leben Menschen, weil sich in uns alles bei Kälte zusammenzieht, sonst wäre das nicht möglich.

 

Warmblüter müssen Frieren!  Sie müssen frieren, da die gesamte Faszienstruktur nur passiv - durch Kälte - wieder auf den Normalzustand geführt wird. Der Kern darf aber nicht zu kalt werden. Die Körpertemperatur in engen Grenzen halten, ist Aufgabe und Lösung für alle Warmblüter, präziser und wissenschaftlicher endotherme Spezies. Aus Sparsamkeit werden die Kälte ertragenden Zonen weniger warmgehalten.

 

Es gibt keinen aktiven Prozess für die Wiederherstellung der richtigen Faszienspannung nach der Dehnung durch Gebrauch, da er nie nötig war. Denn außer in zivilisierten Zeiten, ist es nachts einfach überall auf dem Planeten kalt, weil die Sonne auf der anderen Seite ist und nur sie macht warm. Die kürzeste mögliche Länge unserer Sehnen ist deren Normlänge. Kälte stellt sie wieder her und ist das erreicht, sind Schmerzen aus der Anstrengung wie weggeblasen. In ihrer kürzesten Länge haben sie die konstruierte Spannkraft, die uns Sprünge und Stürze meist schadlos erleben lassen. Sind sie zu lang, da nicht kalt gewesen, werden die Abfangkräfte nicht erreicht und Brüche und Verstauchungen werden wahrscheinlicher.

 

Warm sein, warmhalten, ist eine für uns unerlässliche Wirkung gegen Kälte. Kälte ist aber wie gezeigt unerlässlich. Die Verteilung der Temperatur sieht so aus:

 

 

                                  

Grafik aus Wikipedia übernommen:      

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Thermoregulation 

 

Frieren ist daher ein muss, um fit zu bleiben. Wer nicht friert, versäumt es die Faszien zu spannen. Es sind die bekannten Kollagene, die sich zusammenrümpfeln und kurz werden. Wer kalte Beine hat, geht steif - daran erkennt man den Effekt. Kälte strafft die Haut, und hält den ganzen Körper möglichst eng zusammen, um Abgang von Wärme zu verhindern und die Kerntemperatur zu erhalten.

 

Es passiert passiv, kalt wirkt von alleine - im sitzen - im liegen - im schlafen – einfach immer.

 

Wird er warm und bleibt er immer warm, wird er schlaff und erkältet sich schnell. Es zieht, mir ist kalt, mach die Türe zu und dreh die Heizung hoch, vermelden die Anforderung.

 

Unsere innere Heizung passt haargenau auf, wie die Haut auf kalt reagiert. Dann heißt sie Gänsehaut und dann kommt das Zittern und unspürbar das Verbrennen von weißem Fett.  

 

Das ist ein derart gründliches Grundregelwerk, da muss man in der Zeit sehr weit vor uns Menschen zurückgehen, bis man den ersten Warmblüter findet.

 

Zusammen mit Aktivität wird ein Gesundbrunnen daraus.

 

Mit körperlicher Leistung erzeugen Muskeln Wärme. Das ist der aktive Weg, warm zu werden oder zu bleiben.

 

Beides zusammen unterliegt einem ururalten Prinzip. Wenn unser Körper konstruktionsbedingt leistet, freut er sich an sich selbst und gerät in Euphorie.

 

Unser Belohnungszentrum kriegt einen Anfall, wenn man an einem Tag schneller rennt als an dem zuvor. Es kriegt den gleichen Anfall unter einer eiskalten Dusche, wenn man es grinsend erträgt und sich über die eigene Abgehärtetheit freut. Das Wohlgefühl nach "richtig gemacht!" erzeugt das Belohnungszentrum. Man kann schon bei ganz einfachen Plattwürmern mit Experimenten beweisen, dass sie nicht mehr fressen, wenn sie elektrisch, mit kleinen Stromstößen direkt belohnt werden. Der künstlich erzeugte elektrische Reiz löst direkt Belohnung aus, deshalb fressen sie danach nicht.

 

Die von unserer Natur geforderte Leistung löst Belohnung aus. Alles, was richtig ist, wird belohnt.

 

Leider mischen sich in diesen überaus klugen und notwendigen Mechanismus Drogen und Alkohol, Zigaretten und viele weitere Belohnungen aus Unterhaltung und Film und generell allem spannenden Tun und aufregendem Konsum ein.

 

Ganz sicher ist Alkohol aus dieser Sicht die massivste Bedrohung der Menschheit.

 

Jeder Schluck erübrigt eine ansonsten stattfindende Anstrengung, die echte Belohnung verdient hätte. Darum wird es mit Alkohol nicht wirklich viel besser werden, für niemanden. Achten sie auf sich!

 

                                          

 

 

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Bild mit Link zum Verlag Sinnhalt.com