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Handy & Neander

bei der Arbeit

 

Wir sind nicht in erster Linie Individuen, die aus sich selbst funktionieren und für sich selbst funktionieren, sondern in Wahrheit ein an seiner engen Umgebung reflektiertes Wesen, das sich zuvörderst an diese anpasst um persönliches Überleben zu sichern.

 

Wir sehen immer nach draußen aus uns heraus wie wir auf die Umgebung wirken und versuchen das in der Spiegelung entdeckte zu unserem Fortkommen zu nutzen. Unsere innere Welt wird dagegen regelmäßig vernachlässigt. Wir verstehen sehr viel vom Draußen und zu wenig vom Drinnen. Die Welt um uns ist in uns überrepräsentiert und gleichzeitig haben wir die omnipräsente Aufgabe der Evolution – alles auszuprobieren, ohne Wahl übergestülpt bekommen.

 

Dieser Zwang; alles auszuprobieren, was geht, bestimmt unser Handeln als Hauptmotor. Deshalb sind wir ständig gezwungen unsere nur von Gehirnen geschaffenen Normen und Konventionen so umzuargumentieren, dass unser abweichendes Verhalten da auch noch hineinpasst.

 

Wir halten uns an nichts und behaupten deshalb in Täuschungsabsicht, die Abweichung von der Normalität leugnend, es sei völlig normal und richtig, was wir gerade tun – eben auch, wenn es sich um schlimme Brüche mit den Konventionen handelt. Wir rechtfertigen nahezu jede Untat. Und wenn wir bereuen, gibt es häufig eine Nutzenkonstellation für die Reue. Wir sagen im Beichtstuhl wir bereuen und uns wird vergeben. Es ist eben nicht zu erkennen, ob wir wirklich bereuen und die Versuchung ist groß, die Vorteile mitzunehmen.

 

Korrekt ist, da uns die Evolution zu ständigen unkonventionellen Tests zwingt und unser Gehirn dem entgegen ordnungsabhängig ist, bleibt ohne Alternative diese schizophrene Charakteristik unseres Wesens übrig. Eine reife abgerundete Persönlichkeit ist demnach eine Fiktion. Richtig ist, Menschen stecken voller Brüche und sind nicht geordnete verstehbare Wesen, als die wir sie reklamieren.

 

Die Dualität "Mensch" ist unser auffälligstes Merkmal und die allermeisten Probleme haben ihren Ursprung genau hierin.

 

Das Drinnen und das Draußen kann grob eingeordnet werden in unsere evolutionäre Persönlichkeit - uralt und in Millionen Jahren chaotisch zusammengesetzt aber bewährt, was das Überleben in Sippen angeht.

 

Und dann der Intellekt, der unsere Massengesellschaften formt. Er ist in jedem Individuum anders und selbständig. Er verfolgt ohne Bindung an die Evolution eigene Interessen, die sich aus der direkten Konfrontation mit der gegenwärtigen Umgebung ergeben und nach Erfolg streben. Es geht zumeist um mein Haus, mein Boot, mein Ansehen.

 

Unbeirrt bestehen wir darauf: „Ich bin ich und ich bin, wie ich bin und ich bleibe, wie ich bin und ich mache, was ich will. Das ist die Fiktion, die wir uns selbst bauen, um leben zu können.

 

Um leben zu können, müssen wir uns an das Draußen anpassen. Und um der Gegensätze wegen nicht verrückt zu werden, müssen wir das im inneren Theater aber anders spielen. Wir tun für uns selbst so, als hätten wir das alles, was wir tun, geplant und gewollt und als hätten wir die Kontrolle. Sonst könnten wir uns selbst nicht ertragen. Manche beenden den Konflikt selbst.

 

Sehr viele tragen ihn aus sich heraus und verursachen Leid für andere. Anders Behring Breivik, Gaddhafi, Hitler und die vielen anderen schauerlichen Gestalten bilden die sichtbare Spitze des Eisbergs.

 

Die dünne Erkenntnis, wenn wir was falsch und manchmal auch ganz grausames gemacht haben, ist mehrheitlich Ratlosigkeit: „Ich verstehe nicht, wie es dazu kommen konnte!“ und unmittelbar folgende Selbstentlastung: „Es tut mir leid!“ und wirklich immer, "Das habe ich nicht gewollt!"

 

Ja wer denn dann?

 

 

 

 

 

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Bild mit Link zum Verlag Sinnhalt.com