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Handy & Neander

bei der Arbeit

Wie war das noch mal mit der Sprache und ihrer Weiterentwicklung bis zum heutigen

Stand?

Angefangen hat es mit Keilschrift, Ägyptische Hieroglyphen, Chinas Schriftzeichen, Schrift der Indus Kultur, den Indischen Schriften, Griechisch und Latein und vielen anderen.

Gesellschaftlich entwickelten sich alle Schriftsprachen in den politischen, wirtschaftlichen und vor allem den religiösen Eliten. Schreiben und Lesen ist historisch elitär. Nun muss man nur noch verstehen, dass Sprache von Eliten sich innerhalb der Eliten und damit für Eliten entwickelt. Nicht die regierten, sondern die Regenten; nicht die Gläubigen, sondern die Priester entwickelten und beherrschten und nutzten das selbst erfundene System. Alle haben es mit den Jahren und Jahrhunderten zu höchsten Fertigkeiten gebracht.

 

Was haben wir heute davon?  Einengung ohne Ende. Hirnfrorscher setzen Sprache mit Denken in engste Verbindung. Sprache und Denken sind ohne einander nicht „denkbar“

 

Damit ist gerade das heutige Denken aufgrund seiner Entstehung in den Eliten der Vergangenheit auf elitäre Ansprüche geprägt, geformt und raffiniert. Unsere gesamten kognitiven Fähigkeiten sind christlich und damit elitär verfärbt. Wir können ohne diese Grundlagen zu beachten unsere gesamte abendländische Existenz nicht verstehen.

 

Ein sehr einprägsames Beispiel liefert der kürzliche Besuch von „Papa Ratzi“ in Deutschland. Er ist deutsch, er spricht deutsch, daher sind seine Äußerungen authentisch und kraft seines Amtes elitär. Auffällig ist, dass in der gesamten Berichterstattung mit vielen, vielen Worten nichts gesagt wurde. Alle Formulierungen sind vieldeutig, unpräzise, pastoral und für nichts verwendbar. Ganz egal, ob es um Empfängnisverhütung oder Missbrauch durch Priester geht, mehr als „menschliche Zuwendung“ war nicht zu hören.

 

Die gesamte in vielen Jahren entwickelte hohe Kunst der Kirche ist, so scheint es, wortreich, beeindruckend aber niemals direkt und verlässlich. Das kann kein Zufall sein. Die katholische Kirche und natürlich alle anderen Religionen beschäftigen sich mit wenig griffigen nicht alltäglichen transzendentalen unbeweisbaren Fiktionen. In den Jahrhunderten der Diskussionen und Krisen, die die Beschäftigung mit der weichen Materie aushalten musste, entstand eine Perfektion im sich nicht festnageln lassen, dass die gesamte Elite gar nicht mehr anders sprechen und damit denken kann, als in solchen unwiderlegbaren Verwindungen. Oberstes Gebot ist dabei, keine Aussage darf so plastisch sein, dass man sie nicht mit geringer Mühe ins gegenteilige Argument verkehren kann. Die Bischofskonferenz spricht dabei von Verstehenshilfe. 86 Bischöfe sitzen zusammen, um zu verstehen, was gesagt wurde, um dann, wenn sie selbst es verstanden haben, uns Niederen Verstehenshilfen weiterzureichen. Mehr als das muss man eigentlich nicht wissen und nicht verstehen.

 

Was haben wir also heute davon? Prominenteste Nachfolger der Kirchenfürsten sind heute die ganz normalen Abgeordneten, Parlamentarier und nicht parlamentarischen Teilnehmer an jedweder Politik. Es verwundert daher nicht, dass auch in der aktuellen politischen Kultur, die gleiche hohe Kunst des Formulierens, ohne sich an Inhalte binden lassen zu müssen, aufopfernd gepflegt wird und es darf nicht übersehen werden, dass diese akrobatische Sprachnutzungen aus den kirchlichen Kreisen auf die weltlichen Herrscher übergegangen sind. Im Ergebnis sind unsere Regierung und die bekannteren Politiker Nachfahren der Päpste, Bischöfe, Pfarrer, der Inquisition und der übrigen Ideologen.

 

Sie predigen, was immer sie gerade für richtig, also für opportun halten und können sich anderntags nicht mehr daran erinnern. Sie wissen schon, was kümmert mich mein Geschwätz von gestern. Die aktuelle Erbin von Konrad Adenauer und Tochter eines Pfarrers kann aus ihren persönlichen Bestimmung nicht ausbrechen; sie wird ohne Alternative immer im Ungefähren bleiben und heute auf dem einen Pferd und morgen auf dem anderen sitzen. Das gehört unabwendbar zu ihrer Herkunft. Aber nicht nur bei ihr, sondern in unserer gesamten Politkultur sind diese Sprachkünstler so gut wie alleine im Politzirkus. Weniger sprachgewandte und gerade Denker laufen folgerichtig gegen Wände und fallen uns und unseren Medienverstärkern daher erst gar nicht auf. Sie werden aus Parteien aussortiert durch Erschöpfung und Hilflosigkeit. Die Prediger mit der Zunge ganz weit draußen, also weit vor dem Verstand sind es, die drin bleiben. Das können wir an der Entwicklung der Grünen ablesen und es wird in Zukunft bei den Piraten zu beobachten sein.

 

Wenn etwas immer wieder vorkommt, hat es mit der Evolution zu tun.

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Bild mit Link zum Verlag Sinnhalt.com