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Handy & Neander

bei der Arbeit

 

 

Anstrengung spürt man, wenn der Atem nicht reicht. Das nimmt der Körper ernst. Wenn die Sauerstoffzufuhr nicht reicht, legt er den Schalter um.

 

Bei absinkendem Sauerstoffgehalt in den benutzten Muskeln entscheidet sich die Atmung für Verlangsamung der Atmung. Die Ermattung des Muskels signalisiert "aufhören".

 

Daran sind Zivilisationsmenschen gewöhnt. Da sie nicht fit sind, reagiert der Körper so und läutet Schonung ein. Das ist ein Teufelskreis. Dieses Verhalten ist für Kranke konzipiert. Wenn Krankheiten geheilt werden müssen, ist heftige Anstrengung kontraproduktiv. Dort stellt der Körper auf Schonung, weil er nicht alle Prozesse gleichzeitig bearbeiten kann. Anstrengung erschöpft und löst sich ab mit Regeneration, so ist das gedacht.

 

Um einen Couchpotatoe richtig zu inspirieren, muss er deshalb folgendes wissen.

 

Die müde Fitness gibt es nicht nur in einem Muskel. Es ist direkt und unvermeidbar die Blutzufuhr, die Sauerstoffaufnahmefähigkeit, die matte Blutzurückführung und einiges mehr.

 

Das Herzgehirn (es hat ein eigenes Nevernsystem um sich herum) regelt zuvorderst den Sauerstoffbedarf für sich selbst - ziemlich logisch - nicht wahr!?

 

Sind die Beine schon nach wenigen Schritten oder Treppenstufen schwer, ist einfach alles betroffen, nicht nur die Beine.

 

Man muss nur absichtlich und gegen den Ermüdungstrend tief und schnell atmen, das stoppt diesen Reiz sofort. Der Sauerstoffspiegel steigt schnell an und die Müdigkeit ist weg und die Verbrennung läuft dann richtig hoch, weil eine Grenze überschritten wurde. Das muss man immer machen, wenn man müde wird, macht bloß keiner. Den heutigen Menschen fehlt einfach die Erfahrung, was unsere Körper draufhaben, wenn ein hungriger Bär hinter dir her ist. Die Zivilisation versteht halt die Evolution nicht.

 

Die müden Beine überwindet man mit Extraluftzufuhr. Das Herz muss da mitmachen. Es reserviert aber unerlässlich den letzten Sauerstoff führ sich, vor allen anderen bedürftigen Teilen. Wer ernsthaft an seine Grenzen geht, merkt das deutlich, denn das Herz entzieht dem Hirn den Sauerstoff, wenn kein weiterer Sauerstoff mehr abgegeben werden kann. Man kann dann nicht mehr rechnen. 1,5 km gelaufen, wieviel ist das senkrecht hoch bei 20 % Steigung?

 

Warum?

 

Auf der Flucht, muss der Ötzi nicht rechnen, sondern rennen können. Die Organisation der Sauerstoffzuteilung zu den Beinen, sorgt so dafür, dass der Ötzi erst nach gelungener Flucht nachdenken kann, wieso er noch lebt. Während der Flucht (hohe Anstrengung) klappt die Rechnerei einfach nicht.

 

Das passiert, wenn man auf dem Laufband bergauf geht! Nach kurzem wird mehr Sauerstoff benötigt. Ignoriert man die müden Beine und die Schmerzen und atmet einfach mit Vollgas und flugs gehen die Beine wieder, aber der Kopf lässt nach.

 

Diese sauerstoffarme Stelle, an der der Körper stopp sagt, ist die Grenze, die bei jedem Training angekratzt werden muss. Wird sie ignoriert und aktiv überatmet, löst genau das den Aufbau aus. Der Grund für den Köper ist, wat mutt, dat mutt. Er kann nicht entscheiden, wann was getan werden muss, er merkt am ernsthaften Willen, am gewollt heftigen Atmen, dass Vorrang herrscht. Wir können uns willentlich verausgaben und wer fit werden will, muss das dem Körper öfter abverlangen.

 

Alle Muskeln um die Blutgefäße kapieren, worum es geht. Sie verbessern sich rasch. Was bedeutet, dass das Herz bei fitten Arterien (sie sind muskelummantelt) nur den Anstoß für eine Blutpumpwelle liefern muss und alle Arterien schieben den Impuls kontinuierlich weiter, wie wenn man mit zwei Fingern einen elastischen Schlauch ausstreicht.

 

Leisten fitte Arterien diese Impulsarbeit durch das ganze arterielle System, wird das Herz gering belastet. Fitte Arterien pumpen auch durch die Lunge fit. Mehr Blut mit mehr Sauerstoff gibt den Muskelzellen die Chance sinnvoll weitere Mitochondrien innerhalb der Zelle zu bilden. Hat die Zelle mehrere kleine Kraftwerke, kann sie einfach länger mehr Energie bereitstellen und die Muskeln werden besser. Freilich wachsen sie auch durch angeforderten Aufbau weiterer Zellen, aber die innere Leistung einer einzelnen Zelle steigt ebenso an. Beide Effekte zusammen verbessern Kraft und Ausdauer.

 

Da haben wir es wieder: Auf dem Laufband aufwärts gehen, ist völlig ungefährlich. Tief atmen, führt zu den beschriebenen Effekten = Fitness im ganzen Körper.

 

Denn passivere Blutgefäße,die Venen, haben weniger Muskulatur zwischen den Wänden. Sie müssen beim Zweibeiner alles Blut wieder zum Herz zurückfördern. müssen aber nicht so kräftig pumpen. Sie werden durch Venenklappen unterstützt. Die verhindern, dass das Blut zurücksackt. Sind die Venen nicht fit, leiert das nicht weggedrückte Blut die Gefäße aus und es bilden sich Krampfadern. Das Blut staut sich, wenn der Inhaber nur sitzt. Nur wenn die Venenmuskeln tagtäglich hinreichend angefordert werden, unterbleibt das. Ohne Aktivität der Beinmuskeln geht das aber nicht.

 

Bergauf gehen ist für Zweibeiner eine geniale Übung. Alle Muskeln, die dem aufrechten Gang dienen, müssen nun arbeiten. Abwechselnd rechts und links das Bein jeweils höher und weiter vorne aufsetzen spannt praktisch alles an und löst sich wieder. Wegen der fürs Gleichgewicht nötigen ausgleichenden Haltekräfte in allen Körperteilen werden von den Zehen bis zum Kopf beim bergauf gehen praktisch alle Muskeln die der Fortbewegung dienen benutzt - und das sind fast alle.

 

Unser Körper ist genau dafür gebaut. Aufrecht gehen. Bergauf ist es jedoch sich selbst tragen und heben, um jeweils  10 - 15 cm je Schritt.

 

Ötzisport einfach.

 

Wahnsinn, was die alles von Rückenschmerzen wissen, nur nicht, woher sie kommen und wie sie ohne große Mühe verschwinden. Kurz und knackig, keine Wissenschaft, echte Selbsterfahrung. Genau das, was unseren unteren Rücken matt werden lässt, machen Zivilisierte dauernd, nämlich sitzen. Das eigene Gewicht nach oben tragen, ist natürlich entwickelt, sitzen nicht. Fürs hochgehen benötigt man die Muskeln am Gesäß und darüber. Und wer auf dem Band bergauf geht, spürt ganz schnell die unteren Rückenmuskeln und stützt sich alternativlos mit den Händen ab. Einfach bergauf gehen. Die Muskeln merken sofort, dass sie nicht fit sind und melden es. Steil aber langsam und keinesfalls Treppen. Das Abrollen mit den Füßen ist entscheidend für die natürliche Gehweise.

 

Der Autor: ehemals 105 kg, jetzt 80 kg, geht fit mit 5,5 km/h 20% steil 10 - 30 Minuten. Anfangen mit 2 oder 2,5 km/h aber steil (20%), übertief und stark atmen, mehr muss nicht. Pfadfinderehrenwort

 

Zweibeiner, also wir, haben die unglaublichste und mit Abstand eleganteste Körperkonstruktion und verstehen das immer noch nicht.

 

Die Konstruktion macht alle Bewegungen möglich, Equilibristik und Verrenkungen aller Art. Salto und Salti mit Drehungen und krude Mischungen von beidem. Sprünge mit dem Einrad, dem Zweirad und auf Stelzen und unendlich mehr.

 

Wikipedia listet 525 Sportarten auf. Kennen sie ein Tier, das jemals so etwas probiert hat?

 

Ausgerechnet der entscheidende, der Punkt ist, ein Querriegel (unser Becken) verbindet die beiden Beine und setzt auf seine Mitte hinten, die Wirbelsäule – alles nur einzelne Stückchen in S - Form übereinander angeordnet.

 

Am zweiten Querriegel, dem Schultergürten sind die Greiforgane angebaut. Direkt über dem unteren Querriegel, dem Becken, knickt die Säule nach vorne, um das Gewicht in die Längsachse auszubalancieren. Dies nach vorne gebogene Stück wird fixiert durch die raffiniert angeordnete untere Rückenmuskulatur. Für aufrecht gehende Menschlein, ist das der Punkt um den sich alles dreht.

 

Sind diese Muskeln fit, rennt Ötzi den Berg hinauf. Wenn nicht kraucht er, da die Muskeln ihn nicht bei Vorlage nach vorne aufrecht halten können. Sie tun höllisch weh. Weil sie so wichtig sind. Je wichtiger, desto weh.

 

Bergauf gehen, aber nicht auf Treppen, hat außerdem einen extrem positiven Gag im Rucksack. Da der Körper „Dein“ ganzes Gewicht tragen muss, wird ihm das bei häufiger Anwendung schnell zu viel und er speckt ab. Nein, nicht wegen verbrauchter Kalorien, sondern einfach nur, weil es ihm zu blöd ist, mehr zu tragen, als nötig ist.

 

Niemand muss das glauben, nur probieren.

 

Schaut mal, dann seht ihr scho...! 

 

Kleine Rechnung noch, um zu beeindrucken:

 

80 kp Körper, mit 5 km/h 1 Stunde lang mit 20 % Steigung auf dem Laufband bergauf gehen heißt:

 

80 kp x 1000 Meter senkrecht hochgetragen = 80.000 kp einen Meter hochgehoben. Oder umgerechnet zwei voll beladene 40-Tonner LKW um einen Meter angehoben. Das fetzt die fetten Zellen nur so weg. Die Lunge wächst über sich hinaus, die Arterien schubsen die Blutwelle so gekonnt rhythmisch voran, dass das Herz jubelt. Der ganze - wirklich der ganze Körper wird übersatt mit Sauerstoff geflutet. Er erreicht einfach alle Zellen, denn bei dem Gang wird jede Zelle aufgeladen.

 

Wichtig ist mit anwachsender Fitness auch Sport mit anderen zu machen. Volleyball, Tischtennis, Badminton, was auch immer. Koordination, Reflexe Ausweichbewegungen, sprinten, stolpern und dabei möglichst aufrecht zu bleiben und auch mal zu fallen, sind für ein fittes Alter unerlässlich. Die körperliche Leistung erfährt im Innern eine Repräsentation. Alles bleibt fit, wenn alles fit ist - auch der Kopf, die Gemütslage und die Aktivität. Ruhelosigkeit, Schlafprobleme und dergleichen werden stark gemindert.

 

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Ergänzung vom 21.August 2018

 

Der Gelähmte Kunstturner Ronny Ziesmer trifft mit seiner Aussage den allerlallerwesentlichsten Punkt zu unserem gesamten Lebenssystem: Gesundheit, Fitness , Kraft, Zuversicht, positive Einstellung, Leitungswille - einfach alles auf einmal.

 

Alles zusammen steckt in der Höchstform unserer Körperkoordination im Kopf. Dort alles gut? Alles gut! Auch, wenn Teile des Körpers nicht mehrt steuerbar sind. Es will, das alles geht, was gehend gemacht werden kann. Das ist sein Sinn, sein Inhalt und die Antwort ist Lebensfreude durch die Zuversicht, einfach alles schaffen zu können.

 

Lesen Sie den ganzen Artikel in der  Berliner Zeitung:  

Eine Allianz der Hoffnung  --  Die Lebensgestaltung des Ronny Ziesmer

 

https://www.berliner-zeitung.de/sport/eine-allianz-der-hoffnung-die-lebensgestaltung-des-ronny-ziesmer-31138202

 

hier der Ausschnit:

 

Ronny Ziesmer konnte Restnerven reaktivieren, trotz der starken Schädigung seines Rückenmarks. Die Ärzte sahen Ursachen für die Genesung auch in seiner Zeit als Leistungssportler, in der Willensstärke und der Beobachtungsgabe für Stärken und Schwächen. „Als Turner ging es nie nur um körperliche Anstrengung“, sagt Ziesmer. „Ich musste immer auch meinen Kopf anstrengen. So ist es auch jetzt noch.“


Schon wenige Monate nach seinem Unfall widmete sich Ziesmer wieder dem Sport. Er machte täglich Gymnastik, um die letzten verbliebenen Reflexe in den Armen zu erhalten. Er las Bücher, wollte seinen Körper besser verstehen. Es ging nicht mehr darum, spektakulär über die Turnmatte zu wirbeln. Es ging darum, wieder einzelne Muskeln zu aktivieren. Für einen geregelten Alltag musste er vieles neu lernen, er gönnte sich dabei kaum Pausen. 2005 nahm er ein Studium der Biotechnologie auf, das er 2011 abschließen sollte. Er sammelte Wissen, das er in die Tat umsetzen wollte.

 

 

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Bild mit Link zum Verlag Sinnhalt.com