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Handy & Neander

bei der Arbeit

 

Das Problem ist, dass Intelligenz nicht vorhersagbar ist, wenn man sie auf eine Strategie bezieht, die von einem Staatenlenker ausgehen sollte.

 

Die Information, die der Wähler hat, reicht ja nun mal nicht sehr weit. Einschätzungsmöglichkeiten, ob ein Führer die Gefolgschaft wert wäre oder ihrer würdig sein würde, gibt es einfach nicht – jedenfalls heute nicht mehr.

 

 

Die Evos, das sind Menschen, die noch evolutionär gelebt haben, (Steinzeitler halt, auch nur so eine Vorstellung im Kopf), konnten die Leistungsgrenzen ihrer Führer täglich ablesen, wie bei einer Fieberkurve. Sie waren live und in Farbe, gut oder schlecht und in der Nähe.

 

Was wissen wir heute von den ferngewählten Telepolitikern, die man nur aus Einschätzungen anderer kennt? Und ist mediales Kennenlernen überhaupt tauglich, eine Wahl zu treffen? Alles, was man uns an Information anbietet, ist virtuell und wir glauben, weil weiter nichts übrig bleibt, an die Vorstellung, die wir uns von so einem Telepolitiker machen. Das, was wir im Kopf zusammen geschustert haben, hat wenig mit dem Menschen zu tun, dessen Bild wir uns von ihm machen. Und dieses Bild ist es, das wir wählen.

 

Folglich setzen wir in unserem Kopf Bilder von Telepolitikern, die nichts oder wenig mit der Realität zu tun haben, in Gegensatz zu den nämlich ungenauen Bildern der anderen Politiker und bilden eine Entscheidungsreihe, hier den Vorteil und da den Nachteil.

 

Wenn Basisdaten so scheiße sind, sollte man einfach keine Entscheidung treffen, weil sie per se nichtswürdig sein wird. Sie würden doch auch kein Fahrrad kaufen, wenn Sie nicht sicher sein könnten, dass auch Luft in den Reifen ist, wenn man sie mal braucht. Mindestens würden sie für die Vorhaltung einer Pumpe sorgen. Richtig – überlegt. Und wie, bitte, pumpt man einen Telepolitiker zu Tauglichkeit auf?

 

In unserer Medienwelt können sie so schlecht sein, wie sie wollen, wir können nichts dagegen tun. Bei den Evos hätten sie sich mit zu geringer Leistung nicht lange an der Spitze halten können. Immer, wenn es schwierig wurde, war Handlung gefragt. Und Erfolg oder Misserfolg waren unmittelbar zu erkennen und damit verbunden die Festigung der Macht.

 

Solche direkte, an Leistung gebundene Wertungen kriegen wir heute in keinem Fall hin. 70 Millionen Deutsche können nicht Herrn Steinbrück und Frau Merkel kennen. Wir, die Tellis (von „Intelligenz“ abgeleitet = späte moderne Menschen, die glauben, alles würde aus unserer Intelligenz geboren, die eigentlich nur alles durcheinander bringt und alles täglich schlimmer macht) erhalten von Meinungsforschern gesammelte Meinung. Das heißt, sie zeigen uns die Körbchen, in denen sie Meinungen gesammelt haben und daraus machen wir ein Körbchenurteil und daraus irgendwann ein Kreuz. Da gibt es einfach keinen Zusammenhang mit dem Charakter, den es auszuwählen gilt. So findet doch niemand zu einem Urteil mit Verlässlichkeit.

 

Auf der Gegenseite verwahrlosen die Politiker. Eingezäunt von Claqueuren, erleben sie keinen direkten Kontakt zu ihren Kritikern. Sie erhalten keine direkten Rückmeldungen vom Volk. Sie haben keine Hand am Puls und sie kriegen keine Prügel. Wenn sie Prügel kriegen, dann von den Kollegen mit dem selben Problem oder von den Medien. Davon, dass die sich prügeln, werden wir Wähler nicht schlauer. Und wenn man vor Verzweiflung eine Talkshow anstellt, wird das Problem größer. Dort lern man, dass jeder das Gegenteil vom Anderen behaupten kann und dass damit alles nivelliert wird. Die clever konstruierten Argumente beider Seiten heben sich gegenseitig auf. Sie verhindern Zustimmung zu irgendwas und genau das ist beabsichtigt.

 

Kürzer:

 

„Da steh ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor.“

 

Da möchte man doch Goethes Faust ballen.

 

 

 

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